Das Schlangenfeuer – so wird unter anderem auch die Kundalini-Energie im menschlichen Mehrkörpersystem bezeichnet – ist mit dem Feuerkern im tiefsten Inneren unseres Planeten vergleichbar. Dieser Kern besitzt so eine enorme Energiekraft, dass sie lediglich der Stärke der Sonnenfrequenz nahe liege. Die Feuerqualitäten der Sonne und der Erde haben zwar eine ähnliche energetische Intensität, sind aber doch völlig unterschiedlich: Die Sonnenenergie ist lichtvoll und enorm aktiv, sie wirkt in einem riesigen offenen, freien Raum, den sie auch völlig ausfüllen kann. Die Feuerenergie des Erdenkerns hat dagegen eine dunklere, grobstofflich-materielle Struktur und ist ähnlich der stärksten Gluthitze des gänzlich zerschmolzenen, schweren Eisens im Raum eines begrenzten Ofens. Dieses kraftvolle Feuer des planetaren Inneres besitzt noch eine besondere Eigenschaft: je tiefer es sich zu dem Zentrum des Erdenkerns eindrängt, desto mehr verdichtet es sich in der Materie. Dieser Prozess verläuft aber nur solange, bis von dem Feuer der tiefste Punkt des Erdeninneres erreicht wird.

„Der Weg hinauf und hinab ist ein und derselbe“ (Herakles von Ephesos) – so simpel lässt sich auch das Emanationsprinzip im Mikro- wie Makrokosmos beschreiben. Nach diesem zyklischen Prinzip beginnt die vollständig materialisierte Feuerenergie des Erdenkerns (Emanationslevel 3) automatisch ihren Weg zurück zu ihrer Ursprungsquelle (Emanationslevel 1) (s. Bild 1).

Bild 1

Aus einer metaphysischen Perspektive ist jeder Mensch ein Kind von der Sonne und der Erde. In ihm verbinden sich die enormen Energiekräfte der beiden, die in seinem individuellen System zwecks seiner eigenen progressiven Evolution zusammenwirken. Es ist grundsätzlich für keinen Menschen möglich, nur mit Sonnen- oder Erdenkraft auf dem Planeten zu überleben, aber auch ein stark gestörtes Gleichgewicht zwischen diesen zwei Naturpotenzen in dem individuellen Körpersystem kann gravierende Defizite im Leben des Menschen verursachen.

Da Mikro- und Makrokosmos des Erdenlebens nach kongruenten universalen Gesetzen strukturiert sind,  gleicht das ruhende (schlafende) Kundalini-Feuer in dem individuellen menschlichen Mehrkörpersystem  exakt dem Feuer des planetaren Kerns in dem Zustand seiner absoluten Materialisierung. Demnach ist die Energie des schlafenden Schlangenfeuers dem dritten Emanationslevel einzuordnen (s. Bild 2).

Bild 2

Die in Kundalini ruhende Energie ist unbeschreiblich kraftvoll und kann in ihrem wachen Zustand im inneren System eines Individuums seine tief verborgenen destruktiven Programme entpacken und aktivieren, unabhängig davon, dass das Ego des Individuums davon überzeugt sein könnte, das höchste Version seines gottmenschlichen Wesens auf der Erde bereits erreicht zu haben. Aus diesem Grund kann es für einen Menschen sehr gefährlich sein, das eigene innere Schlangenfeuer  zu erwecken, bevor er eine optimale energetisch-informative Reinheit seines inneren Systems, seines Daseins auf der Erde und seines Denkens erreicht und dadurch seine innere Kundalini bestens kontrollieren kann.

Auch wenn die Kundalini-Schlange sich im Muladhara – Bereich (Wurzelchakra) in einem tiefen Schlaf befindet, ist sie ja nicht tot und wirkt stets mit einer ganz sanften Intensität im menschlichen System. Die Zirkulation dieses harmlosen Feuers im eigenen Körper lässt sich vom Menschen oft gut erspüren, meistens während der korrekt durchgeführten Arbeit an dem eigenen Energiesystem.  

Es bewegt sich durch die Wirbelsäule nach oben über drei Kanäle: Sushumna, Ida und Pingala. Sushumna befindet sich im Rückenmark und ist ein rein energetischer Kanal, an dem sich auch die Wurzeln aller Chakren des gesamten menschlichen Mehrkörpersystems energetisch nähren. Ida und Pingala sind zwei duale Aspekte von Sushumna, die halb materiell sind und sich von einem energetisch freien  Menschen durch ihre stets pulsierende Energieströmungen ganz deutlich wahrnehmen lassen können.

Ida besitzt die weiblichen Mond-Qualitäten und ist für die Kontrolle der Wünsche und Emotionen des Menschen verantwortlich. Pingala als männlicher Aspekt (die Sonne) verbessert die Kontrolle des menschlichen Verstandes. Im Körper eines männlich inkarnierten Individuums hat Ida ihren Anfang im Bereich des Steißbeins links von Sushumna und endet im Kopfbereich auf der Ebene des linken Nasenlochs. Pingalas Kanal im männlichen Körper verläuft rechts von Sushumna spiegelverkehrt zur Ida. In dem Körpersystem einer inkarnierten Frau zirkuliert Ida auf der rechten Seite und Pingala dementsprechend auf der linken.

Der berühmte Hermesstab als Symbol der sieben Chakras und der drei Kundalini-Kanäle

Die schlafende Kundalini-Schlange besitzt zwar eine enorme, aber völlig neutrale Kraft. Diese Kraft in ihrem ruhenden Zustand trägt in sich gar keine individuelle energetisch-informative Aspekte ihres menschlichen Trägers. Wird sie aber erweckt und bewegt sich nach oben durch die Wirbelsäule, wird sie sukzessiv von persönlichen Eigenschaften des Menschen beeinflusst und geht oben durch die Sahasrara (Kronenchakra) als eine ganz besondere, individuelle Energiekraft des Menschen zu seiner göttlichen Quelle heraus.

Meiner Erfahrung nach, die den meisten Meinungen der westeuropäischen „Kundalini-Joga-Spezialisten“ höchstwahrscheinlich widersprechen würde, ist eine gezielte Energiearbeit an der Erweckung des eigenen Schlangenfeuers ziemlich nutz- und fruchtlos, wenn das gesamte energetisch-informative Feld des Individuums seine vollkommene gottmenschliche Freiheit und Reinheit nicht besitzt. Von daher soll jede Energiearbeit, die konstant und regelmäßig durchgeführt werden soll (mindestens 30 Minuten täglich), eher auf die gänzliche Reinigung und Stabilisierung des Mehrkörpersystems mit seinen sämtlichen Chakren, Meridianen und Energiekanälen abzielen. Ist der Körper zumindest auf seinen vier niedrigsten Ebenen (physischer, ätherischer, astraler und mentaler) rein und (blockaden)frei genug, um seine ruhende Kundalini mühelos aktivieren zu dürfen, geschieht es automatisch und natürlich, ganz nach dem in unserem Universum wirkenden Emanationaprinzip: Die Feuerschlange in dem eigenen System wird wach und strebt sich von sich aus in die Höhe!

Peace & Love

Elena

Kundalini – die ruhende Urkraft eines Gottmenschen

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